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tiefes schwarzes loch's Journal
 
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Wednesday, November 5th, 2003
3:43 pm
sie schwebte in einer art zwischenwelt.
zu weit vom boden, um ihn oder ihre eigene schwere zu spüren,
sie fühlte keinen luftzug,
sie konnte nichts riechen oder hören.

sie dachte an alice im wunderland,
so ähnlich musste die sich gefühlt haben,
nur was war als nächstes zu tun?
sollte sie vielleicht einen pilz essen,
größer oder kleiner werden,
die katze unsichtbar machen,
den spielkartenmännern ans schienbeim treten?

sie wartete ein bisschen auf einen hasen, der keine zeit hat.
es kam kein hase und auch sonst niemand.
sie musste ein bisschen grinsen, ins nichts.

sie spürte ihr herz in ihrer brust schlagen.
sie spürte.
sie fühlte.

sie war, auf eine gute art: ohne gedanken.

sie schwebte in einer art zwischenwelt
3:38 pm
beruhigend
am ende -
da, wo man hinkommt, wenn man seinen gedanken immer weiterdenkt,
da, wo man hinkommt, wenn man immer weiterlebt,
da, wo alles zusammenläuft,
AM ENDE: da ist alles egal.

was für ein beruhigender gedanke,
dachte sie.
Thursday, September 12th, 2002
2:50 pm
kellergeschoss
als sie aufwachte
stuermte der wind durch ihr zimmer
und das fenster lag in
scherben auf dem boden
da waren kratzer auf dem plattenspieler
und winzige fussstapfen aus schlamm
zeigten den letzten weg der kanalratte
auf dem grauen fussboden
(nachts sind ja alle katzen -
aber das wusste die ratte nicht,
sonst haette sie es wohl schon viel frueher
mit der angst zu tun bekommen
nicht erst am naechsten tag
der mit dem kammerjaeger)
irgendwo draussen klirrte eine scheibe
weit weg heulte eine sirene
2:49 pm
11. September
(geaendertes
Fernsehprogramm)
Tuesday, May 7th, 2002
9:02 pm
zerfall
sie kam auf einmal und aus dem hintergrund, den man nie sieht, auch nicht, wenn man sich umdreht, denn er ist unsichtbar für das menschliche auge.
die leere überrollte sie wie so oft und doch schon so lange nicht mehr. die dinge fielen aus ihren händen und sie fand sich, nach vorne gepresst, über dem boden wieder. ihre arme stützten nur mühsam den druck, den sie plötzlich von allen seiten spürte, und gaben immer wieder kurz nach, so dass sie in zittrigen, schwankenden bewegungen im nichts halt suchte. sie biss auf die unterlippe, um sie zum schweigen zu bringen, kämpfte gegen die tränen, die gerade ihre angst und ihre seele aus ihr herausfließen wollten, und bäumte sich dann auf, bewegte sich, unsicher, wie betrunken, auf ihren spiegel zu.
dort verharrte sie, hob ihren kopf, strich sich die leichten haare aus dem gesicht, und blickte sich lange und ernst in die augen. dann zog sie sich den schweren wollpullover über den kopf, der mit leere vollgesogen war, legte alles, was nicht zu ihr gehörte, um sich herum, und dann schaute sie sich an, länger noch als zuvor und ebenso ernst. sie berührte vorsichtig die zarte haut ihrer arme. dann legte sie ihre hand auf die stelle zwischen den jungen, weichen brüsten, die nicht mehr lang so schön sein würden, und tastete nach ihrem herz, das da irgendwo, zu tief in ihr drin, nach leben schlug. sie atmete ein und spürte, wie die luft ihre lunge füllte, glaubte gar zu spüren, wie der sauerstoff von ihrem körper aufgesogen wurde, sie am leben erhielt. nur ein paar minuten kein sauerstoff und es würde alles aufhören, das kleine blutige herz würde aufhören zu schlagen, die leere würde sie auffressen, mitnehmen, kalt machen, vergänglichkeit ist so verdammt allgegenwärtig. sie dachte an das älterwerden und sterben, an kalte steifgewordene körper, die nicht mehr spüren, die vorbei sind. sie dachte an all die mit ihren schlagenden herzen und wie morgen alle von ihnen, jeder einzelne, nicht mehr da sein würde, daran, wie so alles an bedeutung verlor, leer wurde, alles streben nichtig und alle schönheit vergänglich war schon seit ewigen zeiten, und sie blickte auf ihren sanften, älter werdenden, (sterbenden) körper, dachte an sinnlichkeit und sinnlosigkeit, spürte sich in ihrer vorstellung die hand ausstrecken nach den anderen und
für eine sekunde
in der illusion der unendlichkeit
war alles licht

das dann geflutet wurde
von den schatten des
zerfalls.



i did not want to know
but i have since come to know
that one of the girls
when she wasn't a girl anymore
and hadn't long been back from her honeymoon
went into the bathroom, stood in front of the mirror
unbuttoned her blouse, took off her bra
and aimed her own father's gun at her heart...
(aus: javier marías, a heart so white)


"das nichts verschlingt immer größere teile des landes, und die kindliche kaiserin ist schwer krank.."
(aus einer zusammenfassung der 'unendlichen geschichte' von michael ende)
8:58 pm
Verfall

Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten,
Folg ich der Vögel wundervollen Flügen,
Die lang geschart, gleich frommen Pilgerzügen,
Entschwinden in den herbstlich klaren Weiten.

Hinwandelnd durch den dämmervollen Garten
Träum ich nach ihren helleren Geschicken
Und fühl der Stunden Weiser kaum mehr rücken.
So folg ich über Wolken ihren Fahrten.

Da macht ein Hauch mich von Verfall erzittern.
Die Amsel klagt in den entlaubten Zweigen.
Es schwankt der rote Wein an rost'gen Gittern,

Indes wie blasser Kinder Todesreigen
Um dunkle Brunnenränder, die verwittern,
Im Wind sich fröstelnd blaue Astern neigen.

(Georg Trakl)


Schöne Jugend

Der Mund eines Mädchens,
das lange im Schilf gelegen hatte,
sah so angeknabbert aus.
Als man die Brust aufbrach, war die Speiseröhre so
löcherig.
Schließlich in einer Laube unter dem Zwerchfell
fand man ein Nest von jungen Ratten.
Ein kleines Schwesterchen lag tot.
Die andern lebten von Leber und Niere,
tranken das kalte Blut und hatten
hier eine schöne Jugend verlebt.
Und schön und schnell kam auch ihr Tod:
Man warf sie allesamt ins Wasser.
Ach, wie die kleinen Schnauzen quietschten!

(Gottfried Benn)
Tuesday, February 5th, 2002
3:47 pm
nothing gold can stay
ihr herz schlug im gleichen rhythmus wie ihre beine,
wenn sie sich vom boden abstießen,
wie ein trommelschlag,
der sie trieb, als sie durch das kniehohe, im wind raschelnde gras rannte,
das von der sonne golden vertrocknet in ihre beine schnitt,
sie hatte lächeln können,
sie hatte liebe aus ihren augen strahlen lassen können,
sich vertrauensvoll in weichen zügen wiegen,
doch die hoffnung in ihren augen verriet auch
die fehlende kraft
sich zu wehren
gegen die sprüche, die fragen, die kommentare,
die nieder- und kapputtmachungen,
und so prügelten sie ihr leichtes opfer
das sich nicht wehrte
das sich nicht erklärte
dessen weiche haut nun erstarrte zu
stein
das sich verschloss und versteckte
sich ketten anlegen ließ
und silberne tränen weinte
als die bitterkeit
ihre kehle zuzuschnüren begann...
Friday, February 1st, 2002
5:20 pm
so tun als ob
wir können ja mal so tun als ob
wir es miteinander aushalten könnten als ob
wir das hier zusammen überstehen könnten als ob
wir wenn wir ganz feste dran glauben würden
unverwundbar wären
als ob wir das alles aufhalten könnten
es besser machen, ihm aus dem weg gehen oder gar
dagegen ankämpfen könnten
wir könnten ja mal so tun als hätten wir
die kraft und die mittel und die wege und ideen
und dann könnten wir so tun als wären wir die
die es immer schaffen
(die in den filmen und märchen und träumen, du weißt ja)
und dann könnten wir es ja mal versuchen,
das mit dem glücklichsein,
das mit dem leben, du weißt schon,
du weißt schon,
du weißt doch,
weißt du?
wir könnten ja mal so tun als ob.
5:02 pm
c-seite
manchmal gab es keine worte und es
sollten lieder werden in gedichtform
oder gedichte in liedform
mit nur tönen im dunkeln
das schwitzige bewegen aneinanderklebender haut
die rotzige nase
schweres atmen
verloren langsames schleichen über den teppich
ticktack
wer waren schon worte wenn es die töne waren
die ihr die ohren zerrissen
mit ihrer leisheit,
mit ihrer unüberhörbarkeit,
mit ihrer echtheit,
tick,
ticktack,
tiefes einatmen
ein ton der sich in der kehle sammelt
dann der schrei der
ton der einsamkeit
auf kassette aufnehmen
oder in schwarzen strichen hart aufs papier pressen
das öffnen des fensters
wind
durchatmen
aufschluchzen
dann das kaum hörbare patschen von händen die
das verkrampfte gesicht verstecken
und dann das
leise
zusammensacken
eine hand die sich herantastet an den
ausknopf
klick
Wednesday, January 2nd, 2002
12:13 pm
glas
hier hast du
alles von mir
meine statistik, mein lebenslauf,
alle fakten was immer du wissen willst
und noch mehr
alle daten nimm alles
hier meine erinnerung
hier was ich
wirklich denke nimm ruhig
vielleicht verstehst du mich ja
dann
vielleicht verstehst du mich ja wenn ich mich
durchsichtig mache
es kann doch nicht so schwer sein
versteh mich
durchsichtig
und alles durchsichtige
wenn es denn von bestand sein will
ist auch
zerbrechlich
darf nicht
fallen gelassen werden
darf nicht
zertrümmert werden
darf nicht
anders behandelt werden als
glas
und wenn du mich siehst
denk nicht ich bin unverletzlich
nur weil auch mein schmerz
durchsichtig ist
ich bin
zerbrechlich

durchsichtig,
zerbrechlich,
ich bin
glas.
Friday, December 21st, 2001
11:31 pm
sweetness
sweetness, you know how to be sweet, my friend
sweetness umgibt dich dein
lächeln teuflisch süß und zauberhaft
sweetness
mich wieder und wieder
vergessen machen mit deiner
sweetness

und jede deiner umarmungen

diente nur dazu

mir
besser
in den
rücken
stechen
zu
können
Wednesday, December 5th, 2001
6:27 pm
(creep.)
und während jeden morgen
die sonne
untergeht
die wahre dunkelheit
rast und frisst
sende ich
auf die reise
in die leere
ins nichts
zu spät
das letzte papier
einen brief
an dich
Wednesday, November 21st, 2001
7:54 pm
Eine kleine Geschichte
"Lass uns ein Abenteuer erleben," sagte der kleine Rabe, "Lass uns irgendetwas aufregendes anstellen!" Das junge Mädchen stand in der Mitte des Gartens. Ihre leuchtend blaue Hose war mit schwarzem Wasser vollgesogen. Es war ein eigenartiger Tag, die Bäume ein windiges bisschen dunkler als sonst, das Rascheln der Blätter die gierig blitzenden Augen des Bösen übermalend, die Häuser von innen fest verschlossen, doch sie stand im Garten und spürte das Mondlicht kalte Kreise in ihre Haut brennen. Eine kleine matschige Hand wischte die verklebten aschblonden Haare aus ihrem Gesicht. "Ich kann das nicht," flüsterte sie. Der Rabe flatterte nervös auf seinem Zweig hin und her. "Ich kann das nicht. Es geht nicht." Tränen standen in ihren Augen. Da erhob sich plötzlich der Rabe, flog mit kräftig schlagenden Flügeln über die Baumkronen hinaus, ohne zu bemerken, dass die Welt, die er zurückließ, unter dem Krächzen der Bäume zusammenfiel, ohne zu hören, wie das Mädchen ihn mit herzerweichendem Geschrei zurückzurufen versuchte, und seine schwarzen Flügel glänzten im Mondlicht, dem er mit all seiner Kraft entgegenflog...
Tuesday, November 20th, 2001
1:04 am
kind sein
hallendes lachen im sommersurren
verschwimmende heißheit, tiere durch die luft
hallendes lachen durch dunkle tunnel
zurück in mein blutendes ohr
kind sein
über steine springen, plätschernder bach
geschwisterlachen, zusammen brücken bauen
einen damm, blumenwiese, kleine beine
von alleine laufen, blumenwiese,
kühles gras, kinderlachen,
sommerlachen, blutendes ohr
hallenes lachen
dunkle tunnel
vorbei
Friday, November 16th, 2001
5:53 pm
angewöhnt, angewonnen? angeverloren!
sich selbst spüren
mehr spüren als dumpfen druck auf der haut
diese haut...zu dick, zu viel
zugemacht, im weg
selbst fühlen
keine luft in dieser hülle
ersticken, nicht ersticken
erst wenn jeder luftzug
kühl und frisch und wahr
in das blutig pulsierende fleisch schneidet
ist das leben
ist das leben?
Thursday, November 8th, 2001
2:27 am
schattenland
der derbe geruch rauchender torföfen in der luft erinnert an kleine räume mit stickigen feueröfen, an schweiß, an brennende hitze von vorne und zu kühle rücken, an den erdigen geruch des torfschuppens, an fiebrig frierendes aufwachen am morgen, an den wunsch nach gemütlichkeit, an zuhause, an die ab wesenheit von glück in diesem begriff. dunkelheit ist keine eigenart des inneren, auch dunkle wolken werfen trostlose schatten über das land. und auch im kniehohen feuchten gras auf dem hügel, mit blick auf das tiefschwarze stürmische meer,trägt der wind den rauch der knisternden torföfen, schnürt die kehlen der schattenkinder zu, die dort stehen und warten, die betteln um einen atemzug echter frischer luft, die vom schatten erdrückt zu werden drohen, und die wünschen, der wind würde nicht nur den regen durch ihre gesichter peitschen, sondern stärker wehen, zum sturm werden, und das schattenmeer in blinder wut über das land treiben, die torföfen mit sich wegreißen, um einer neuen leere platz zu machen, eine leere, in der es nicht mal schatten gibt...
Tuesday, November 6th, 2001
7:58 pm
raus hier
raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier halt mich fest raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier nimm mich mit raus hier raus hier raus hier raus hier bitte raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier lass mich nicht allein raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier raus hier RAUS
7:54 pm
greifende hand
verdammt komm messerhand
zeig mir irgendeinen weg
lass mich nicht allein mit ab jetzt
Sunday, November 4th, 2001
11:27 pm
verachtung
die luft ist schreiend laut, auch wenn es nur der nebenraum ist, in dem wir sitzen. du hängst neben mir auf der versifften couch, und erzählst mir wie furchtbar und ungerecht alles ist und dass es keinen interessieren würde, wärst du tot. ich denke an das kind, das du vorhin bei deiner mutter abgegeben hast, und vielleicht wünsche ich du wärst tot anstatt dein eigenes kind zu töten mit deinem hass. du redest noch immer, doch deine stimme geht unter in dem lärm von nebenan und dem schreien in meinem kopf. ich schaue in dein gesicht, deine leeren augen, die an mir vorbei ins nichts blicken, deine lippen, die sich bewegen, aus denen ganz sicher worte kommen, aber sie werden leiser und dümmer und du wiederholst dich immer öfter. mir wird klar, dass du mit dir selber und überhaupt nicht mit mir redest. weil du mich weder beachtest noch deine worte für mich hörbar sind schaue ich auch woanders hin, im raum herum, menschen sind komisch und je schöner sie sind desto weniger will ich mit ihnen zu tun haben. ich betrachte die bilder an den wänden, malen macht spaß, und es ist mir egal ob er dich am ende nur noch zum sex gedrängt hat, denn du bist mir egal und ich hab eigene probleme aber das verstehst du nicht.
hörst du mir eigentlich zu schreist du in mein ohr, nachdem du an meinem ärmel gezupft hast wie ein kleines kind, ein kleines kind, du bist doch selber noch ein kind und als mutter bist du noch viel schlimmer. klar sage ich, stehe auf und gehe ohne mich ein einziges mal umzudrehen nach draußen. nur der mond ist dabei als ich aufs nasse gras falle, meine hände sich in feuchter erde vergraben und mein körper sich in tiefer elendiger ruhe auf kaltem boden zusammenrollt.
Friday, November 2nd, 2001
5:00 pm
missverstanden
das sind doch keine schönen reden
nur lügen, die sich irgendwie
gut anfühlen
und selbst das ist wahrscheinlich
gelogen
wahrscheinlich,
(falschscheinlich,
lügenscheinlich),
augenscheinlich,
(lügen-in-augen-scheinlich),
irgendwiescheinlich,
wahrscheinlich,

nur täuschung
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